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Review: Scarbee Pre-Bass: Bass in a Box PDF Drucken E-Mail
Plug-in Reviews
Geschrieben von: Kristian Sell / PI-Redaktion
Montag, 25. Januar 2010 um 15:23 Uhr

Scarbee Pre-a.jpg

Seit einiger Zeit arbeitet Native Instruments (NI) mit dem Sample-Hersteller Scarbee zusammen. Eines der ersten Erzeugnisse dieser Zusammenarbeit ist der NI Scarbee Pre-Bass, welcher dem früheren Scarbee Blue Bass entspricht.

Der Pre-Bass ist die authentische Nachbildung eines Fender Precision Bass, der von Thomas Scarbye, dem Mann hinter der Marke Scarbee, persönlich gespielt und gesamplet wurde. Dabei half die jahrelange Erfahrung Scarbyes als Bassist und Produzent um ein perfektes Instrument zu kreieren. Die Idee für ein authentisches Bass-Instrument entstammt allerdings eher einem ernsten Ursprung: Thomas Skarbye leidet an einer Muskelschwäche im Arm, so dass längeres Spielen am Fender Bass nicht mehr möglich ist.

Nach einem Download von knapp 3 GB (es gibt wahlweise auch eine DVD) und einer reibungslosen Installation bekommt man ein einziges Instrumenten-Preset, dass sich mit KONTAKT (ab 3.5), dem KONTAKT Player 4 oder auch KORE 2 Player oder KORE 2.1 öffnen lässt, wobei einige Features nur mit KONTAKT bzw. KONTAKT Player genutzt werden können. Doch halt: nur ein einziges Preset?! Richtig, denn dieses Preset enthält den kompletten Pre-Bass. Mit mehr als 4000 Einzelsamples wird dabei jede wichtige Artikulation, also Spielweise, des Originals mit bis zu 9 Velocity-Layern nachgebildet.

Doch die Samples alleine sind nur die halbe Miete: ein genauso wichtiger Teil ist das mächtige Skript, mit dem in der KONTAKT-eigenen Sprache KSP das Verhalten des Pre-Bass und die verschiedenen Spielweisen programmiert wurden.

Lädt man den Pre-Bass mit KONTAKT (hier Version 4), so bekommt man folgendes Interface:

Scarbee Pre-a.jpg

Bild: Pre-Bass mit KONTAKT

Anders als bei vielen anderen KONTAKT-Instrumenten, ist der hier abgebildete Bass kein statisches Bild, sondern es wird vielmehr dynamisch angezeigt, auf welcher Seite mit welcher Fingerposition welche Artikulation gespielt wird. Dies wird im Bild durch den kleinen weißen Kreis und der darüber gestrichelten Linie angedeutet. In dem Feld unter dem Hals wird immer die letzte ausglöste Artikulation angezeigt: in dem Fall ein „G“, dass mit dem Mittelfinger gespielt wurde. Auch das ist eine Besonderheit vom Pre-Bass: es gibt Samples, die mit dem Zeigefinger und welche, die dem Mittelfinger gezupft aufgenommen wurden. Überschreitet man jetzt beim Spielen ein gewisses Tempo so dass die einzelnen Töne schneller aufeinander folgen, so wird zwischen den beiden Finger-Varianten automatisch umgeschaltet. So wie es ein realer Bass-Spieler auch machen würde. Beim langsamen Spiel werden dementsprechend nur die Zeigefinger-Samples benutzt. Alternativ kann man natürlich auch manuell über einen speziellen Keyswitch (C0 – im Keyboard-Layout wird fälschlicherweise F#0 angegeben – und C#0) umschalten.

Bevor man mit dem Pre-Bass loslegt, sollte man sich wirklich die 37-seitige Anleitung ansehen. Hier wird sehr gut erklärt, wie man den Pre-Bass bedienen muss. Denn gerade das etwas komplizierte Keyboard-Layout (siehe Bild) könnte anfangs abschreckend wirken.

Scarbee Pre-b.jpg

Allerdings zeigt es auch, dass sich der Pre-Bass komplett über das Keyboard bedienen lässt, so lange man genug Oktaven zur Verfügung hat. Ein 88 Tasten Keyboard ist sehr vorteilhaft - mit 25 oder 49 Tasten ist man komplett aufgeschmissen.

In den Artikulationen kann nicht nur, wie schon gesagt, zwischen Zeigefinger und Mittelfinger umgeschaltet werden, sondern es lassen sich spezielle Spielweisen wie Mutes und Abstopper, Flageoletts, Hammer-Ons, Pull-Offs und Vorschlagnoten auswählen. Alles Möglichkeiten, die das Herz jedes Bass-Spielers höher schlagen lassen. Man muss jedoch kein professioneller Bass-Spieler sein, um den Pre-Bass zu bedienen. Die Anleitung erklärt alle Features sehr gut.

Ein integrieret EQ und weitere Effect Presets runden das klangliche Gesamtbild ab. Diese lassen sich durch ein kleines Drop-Down Menu auswählen und einstellen. Mit Hilfe der Menus lassen sich auch viele Einstellungen am Pre-Bass selbst vornehmen, so dass er auf die eigenen Bedürfnisse und Spielweisen gut angepasst werden kann.

Hinweis: auf der NI Webseite gibt es einige Videos mit guten Tutorials und interessanten Hintergrund-Infos. Reinschauen lohnt sich.

Fazit:

Der Pre-Bass ist ein wirklich besonderes Plugin, da es den Klang und die Spielweisen eines Fender Precision Bass authentisch nachbildet. Leider ist die Bedienung für Einsteiger etwas umständlich. Am besten man lernt die Belegung des Keyboards vorher auswendig. Aber dadurch, dass er sich komplett über das Keyboard spielen lässt, ist er nicht nur für den Sequencer-Einsatz gedacht, sondern lässt sich auch gut „live“ spielen.

Pro:

  • toller Klang

  • viele verschiedene Bass-Artikulationen

  • gute Dokumentation

Contra:

  • umständliche Bedienung

 

Preis: 79,00 Euro (als Download oder auf DVD)


 

Kostenloser Kore 2.1 Player oder Kore2.1

Kostenloser Kontakt 4 Player oder Kontakt 3.5


Link: Native Instruments

Produktlink: Scarbee Pre-Bass


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